Veränderungen im Zahn sichtbar machen – ohne Röntgenstrahlung
Karies entsteht häufig an Stellen, die bei der normalen Untersuchung nur schwer direkt einsehbar sind.
Besonders die Kontaktflächen zwischen benachbarten Zähnen können eine diagnostische Herausforderung darstellen. Von außen kann ein Zahn unauffällig erscheinen, obwohl sich innerhalb der Zahnhartsubstanz bereits Veränderungen entwickelt haben.
Mit DIAGNOcam steht uns eine zusätzliche Möglichkeit zur Verfügung, bestimmte dieser Veränderungen sichtbar zu machen.
Das Verfahren durchleuchtet den Zahn mit Nahinfrarotlicht und erzeugt daraus ein digitales Bild. Die Untersuchung kommt dabei ohne Röntgenstrahlung aus.
DIAGNOcam ermöglicht einen anderen Blick auf den Zahn – besonders dort, wo Veränderungen mit bloßem Auge nur schwer zu erkennen sind.
Dabei geht es nicht darum, andere diagnostische Verfahren grundsätzlich zu ersetzen. Entscheidend ist vielmehr, welche Information wir benötigen, um einen Zahn möglichst zuverlässig beurteilen zu können.
Karies zwischen den Zähnen sichtbar machen
Viele Zahnflächen können wir bei der klinischen Untersuchung direkt betrachten.
Anders ist dies bei den Flächen, an denen zwei benachbarte Zähne aneinandergrenzen. Diese Bereiche sind nur eingeschränkt einsehbar. Eine beginnende Karies kann sich dort entwickeln, obwohl von außen zunächst wenig oder gar nichts Auffälliges zu erkennen ist.
Gerade hier kann DIAGNOcam zusätzliche Informationen liefern.
Bei der Untersuchung wird der Zahn mit Licht im nahen Infrarotbereich durchleuchtet. Gesunde und veränderte Zahnhartsubstanz beeinflussen die Ausbreitung dieses Lichtes unterschiedlich.
Vereinfacht gesagt wirkt der Zahn dabei wie ein Lichtleiter. Bereiche, in denen sich die Zahnstruktur verändert hat, können das Licht anders beeinflussen und dadurch auf der digitalen Aufnahme dunkler erscheinen.
Eine Kamera erfasst das entstehende Bild und stellt es unmittelbar auf einem Bildschirm dar.
So können bestimmte Veränderungen innerhalb der Zahnstruktur sichtbar werden, die bei der rein visuellen Untersuchung nicht immer ausreichend zu beurteilen sind.
Denn je früher wir eine Veränderung erkennen und richtig einordnen, desto mehr Möglichkeiten können bestehen, natürliche Zahnsubstanz zu erhalten.
Den eigenen Befund sehen und besser verstehen
DIAGNOcam liefert nicht nur zusätzliche Informationen für die zahnärztliche Beurteilung.
Die digitale Darstellung hat einen weiteren Vorteil: Unsere Patienten können das Bild selbst betrachten.
Wir können gemeinsam am Bildschirm ansehen, welcher Bereich des Zahnes auffällig erscheint, und erklären, wie wir den Befund einschätzen.
Das Bild ersetzt nicht die zahnärztliche Beurteilung. Aber es kann helfen, eine diagnostische Entscheidung besser nachzuvollziehen.
Für uns gehört das zu einer guten medizinischen Kommunikation:
Nicht nur sagen, was wir sehen – sondern, wo es sinnvoll möglich ist, auch zeigen und erklären, warum wir zu einer bestimmten Einschätzung kommen.
Gerade wenn ein Zahn äußerlich unauffällig erscheint, kann eine solche Darstellung helfen zu verstehen, warum wir einen Bereich genauer beobachten oder weitere diagnostische Schritte empfehlen.
DIAGNOcam ohne Röntgenstrahlung – ersetzt sie deshalb das Röntgen?
Nein, nicht grundsätzlich.
DIAGNOcam arbeitet mit Nahinfrarotlicht und kommt bei dieser Untersuchung ohne die ionisierende Strahlung einer Röntgenaufnahme aus.
Beide Verfahren liefern jedoch nicht dieselben Informationen.
DIAGNOcam kann bei geeigneten Fragestellungen bestimmte Veränderungen der Zahnstruktur optisch sichtbar machen. Röntgenaufnahmen können dagegen Informationen liefern, die sich mit einem optischen Verfahren nicht in gleicher Weise beurteilen lassen.
Welche Untersuchung sinnvoll oder notwendig ist, hängt deshalb von der jeweiligen Situation ab.
Die entscheidende Frage lautet nicht: DIAGNOcam oder Röntgen? Sondern: Welche Information benötigen wir für diesen Zahn?
So können wir Röntgenaufnahmen dort vermeiden, wo sie für eine bestimmte Fragestellung nicht erforderlich sind – ohne auf sie zu verzichten, wenn sie medizinisch wichtige zusätzliche Informationen liefern.
Veränderungen im Verlauf beobachten
Nicht jede frühe Karies muss unmittelbar restauriert werden.
Bei geeigneten Befunden kann es sinnvoll sein, eine Veränderung zu dokumentieren und ihre weitere Entwicklung kontrolliert zu beobachten.
Digitale Aufnahmen können dabei helfen, Befunde aus unterschiedlichen Untersuchungszeitpunkten miteinander zu vergleichen.
Die entscheidende Frage lautet dann nicht nur: Wie sieht der Zahn heute aus? Sondern auch: Hat sich die Situation seit der letzten Untersuchung verändert?
Ein solcher Verlauf kann zusammen mit der klinischen Untersuchung und weiteren Befunden wichtige Informationen für die weitere Entscheidung liefern.
Beobachten bedeutet nicht, einen Befund zu ignorieren. Es bedeutet, seine Entwicklung bewusst zu verfolgen.
DIAGNOcam ist ein Baustein der Kariesdiagnostik
So hilfreich moderne diagnostische Technik sein kann: Ein einzelnes Bild stellt noch keine vollständige Diagnose dar.
DIAGNOcam wird deshalb gemeinsam mit der klinischen Untersuchung und – wenn erforderlich – weiteren diagnostischen Informationen beurteilt.
Auch das Stadium einer Veränderung, ihre Aktivität und das individuelle Kariesrisiko können für die weitere Entscheidung eine Rolle spielen.
Denn nicht das Gerät entscheidet, ob ein Zahn behandelt werden muss. Die diagnostischen Informationen helfen uns, eine medizinische Entscheidung zu treffen.
Genau darin liegt für uns der Sinn moderner Kariesdiagnostik: nicht möglichst viel Technik einzusetzen, sondern die Informationen zu gewinnen, die für die jeweilige Situation tatsächlich hilfreich sind.
DIAGNOcam und DIAGNOdent – zwei unterschiedliche Verfahren
In unserer Praxis nutzen wir neben DIAGNOcam auch DIAGNOdent.
Die Namen klingen ähnlich, die Verfahren funktionieren jedoch unterschiedlich.
DIAGNOcam arbeitet mit Nahinfrarotlicht und stellt bestimmte Veränderungen im Zahn bildlich dar.
DIAGNOdent arbeitet mit Laserfluoreszenz und liefert einen Messwert, der als zusätzliche Information in die diagnostische Beurteilung einfließen kann.
Sehr vereinfacht: DIAGNOcam hilft uns zu sehen. DIAGNOdent hilft uns zu messen.
Es geht deshalb nicht darum, welches Verfahren „besser“ ist. Sie liefern unterschiedliche Informationen und können je nach diagnostischer Fragestellung eingesetzt werden.
Häufige Fragen zu DIAGNOcam
Ist die Untersuchung mit DIAGNOcam schmerzhaft?
Die Untersuchung ist nicht mit dem Entfernen von Zahnsubstanz verbunden. Der Zahn wird mit Nahinfrarotlicht durchleuchtet und das entstehende Bild digital erfasst.
Arbeitet DIAGNOcam mit Röntgenstrahlung?
Nein.
DIAGNOcam verwendet Nahinfrarotlicht. Für die Untersuchung selbst ist keine Röntgenstrahlung erforderlich.
Kann DIAGNOcam Karies zwischen den Zähnen erkennen?
Gerade die schwer einsehbaren Kontaktflächen zwischen benachbarten Zähnen gehören zu den wichtigen Anwendungsbereichen von DIAGNOcam.
Ob ein Befund damit ausreichend beurteilt werden kann oder weitere diagnostische Verfahren notwendig sind, hängt von der jeweiligen Situation ab.
Ersetzt DIAGNOcam Röntgenaufnahmen?
Nicht grundsätzlich.
DIAGNOcam und Röntgenaufnahmen beruhen auf unterschiedlichen Verfahren und können unterschiedliche diagnostische Informationen liefern.
Welche Untersuchung erforderlich ist, hängt von der jeweiligen medizinischen Fragestellung ab.
Bedeutet eine auffällige DIAGNOcam-Aufnahme, dass gebohrt werden muss?
Nein.
Ein auffälliger Bereich muss zunächst gemeinsam mit den übrigen Befunden beurteilt werden.
Gerade bei frühen Veränderungen kann die genaue diagnostische Einordnung darüber entscheiden, ob zunächst beobachtet, der Kariesprozess gezielt beeinflusst, mikroinvasiv behandelt oder restauriert werden sollte.
DIAGNOcam in der Zahnarztpraxis am Vorgartenmarkt
In der Zahnarztpraxis am Vorgartenmarkt in 1020 Wien nutzen wir DIAGNOcam als eine Möglichkeit, unsere Kariesdiagnostik bei geeigneten Fragestellungen zu ergänzen.
Besonders bei schwer einsehbaren Bereichen zwischen benachbarten Zähnen kann die Untersuchung mit Nahinfrarotlicht zusätzliche Informationen liefern.
Dabei ist für uns nicht entscheidend, möglichst viele technische Verfahren einzusetzen.
Entscheidend ist, einen Befund so gut zu verstehen, dass wir daraus eine medizinisch sinnvolle und möglichst zahnerhaltende Entscheidung ableiten können.
Moderne Diagnostik bedeutet für uns nicht mehr Technik um ihrer selbst willen – sondern bessere Information dort, wo sie für die Behandlung einen Unterschied machen kann.
