Veränderungen erkennen, messen und im Zusammenhang richtig beurteilen
Nicht jede Veränderung an einem Zahn lässt sich mit bloßem Auge eindeutig beurteilen.
Besonders bei frühen oder schwer erkennbaren Veränderungen kann es deshalb hilfreich sein, die klinische Untersuchung durch zusätzliche diagnostische Informationen zu ergänzen.
Mit DIAGNOdent steht dafür ein Verfahren zur Verfügung, das mit Laserfluoreszenz arbeitet.
Das Gerät erfasst bestimmte Veränderungen im Fluoreszenzverhalten der untersuchten Zahnsubstanz und gibt diese als Messwert wieder.
Dieser Wert kann uns zusätzliche Informationen liefern. Aber er ist nicht die Diagnose.
Nicht ein Messwert entscheidet darüber, ob ein Zahn behandelt werden muss. Entscheidend ist die Beurteilung aller relevanten Befunde.
Genau diese Unterscheidung ist für den sinnvollen Einsatz von DIAGNOdent wesentlich.
Warum zusätzliche Informationen hilfreich sein können
Karies entwickelt sich nicht immer so, dass sie bei der normalen Betrachtung sofort eindeutig zu erkennen ist.
Gerade in frühen Stadien kann die Zahnoberfläche äußerlich noch weitgehend intakt erscheinen. Auch feine Vertiefungen und Fissuren auf den Kauflächen können die Beurteilung erschweren.
Die sorgfältige klinische Untersuchung bleibt deshalb die Grundlage der Kariesdiagnostik.
Bei geeigneten Fragestellungen können zusätzliche Verfahren jedoch helfen, einen Befund differenzierter einzuschätzen.
DIAGNOdent liefert dabei eine andere Art von Information als beispielsweise DIAGNOcam oder eine Röntgenaufnahme.
Wie funktioniert DIAGNOdent?
DIAGNOdent arbeitet mit Laserfluoreszenz.
Dabei wird der zu untersuchende Bereich mit Laserlicht angeregt.
Gesunde und veränderte Zahnstrukturen können sich in ihrem Fluoreszenzverhalten unterscheiden. Das Gerät erfasst das zurückkommende optische Signal und stellt es als numerischen Messwert dar.
Vereinfacht gesagt: DIAGNOdent macht eine Veränderung nicht als klassisches Bild sichtbar, sondern erfasst ein optisches Signal und übersetzt es in einen Messwert.
Dieser Messwert kann die klinische Beurteilung ergänzen.
Was bedeutet der DIAGNOdent-Messwert?
Eine Zahl wirkt eindeutig.
Gerade deshalb ist es wichtig zu verstehen, was ein DIAGNOdent-Wert aussagen kann – und was nicht.
Der Messwert ist keine direkte Angabe darüber, wie tief eine Karies reicht.
Verschiedene Faktoren können das Fluoreszenzsignal beeinflussen. Deshalb muss der Wert immer im Zusammenhang mit dem untersuchten Zahn und den übrigen diagnostischen Informationen interpretiert werden.
Ein Messwert liefert zusätzliche Information. Die Diagnose entsteht aus der Gesamtheit der Befunde.
Damit wird aus einer technischen Messung eine medizinisch verwertbare Information.
Ein Messwert ist keine Therapieentscheidung
Für die Behandlung ist noch eine weitere Unterscheidung wichtig.
Wenn DIAGNOdent einen auffälligen Messwert liefert, folgt daraus nicht automatisch eine invasive Behandlung.
Zunächst muss beurteilt werden:
- Ist tatsächlich eine Karies vorhanden?
- In welchem Stadium befindet sich die Veränderung?
- Gibt es Hinweise auf einen aktiven Kariesprozess?
- Ist die Zahnoberfläche noch erhalten?
- Und wie passt die Messung zu den übrigen klinischen Befunden?
Erst aus dieser Gesamtbeurteilung ergibt sich eine medizinische Entscheidung.
Nicht das Gerät entscheidet über den Bohrer. Die Gesamtsituation entscheidet darüber, ob überhaupt invasiv behandelt werden muss.
Gerade bei frühen Veränderungen kann diese Differenzierung helfen, gesunde natürliche Zahnsubstanz nicht vorschnell zu entfernen.
Veränderungen im Verlauf vergleichen
DIAGNOdent kann auch für die Verlaufskontrolle interessant sein.
Wird derselbe Bereich unter möglichst vergleichbaren Bedingungen zu unterschiedlichen Zeitpunkten untersucht, können die Messwerte zusammen mit den übrigen Befunden miteinander verglichen werden.
Dabei interessiert uns weniger eine einzelne Zahl als die Frage: Wie entwickelt sich der Befund?
Bleibt die Situation stabil oder ergeben sich Hinweise auf eine Veränderung?
Solche Verlaufsinformationen können bei geeigneten Befunden helfen, die weitere Betreuung anzupassen.
DIAGNOdent ergänzt die klinische Untersuchung
Technische Verfahren können zusätzliche Informationen liefern. Sie ersetzen jedoch nicht die sorgfältige Untersuchung und zahnärztliche Beurteilung.
Das gilt auch für DIAGNOdent.
Abhängig von der Fragestellung können neben der klinischen Untersuchung DIAGNOdent, DIAGNOcam, Röntgenaufnahmen oder andere diagnostische Informationen hinzukommen.
Welche Kombination sinnvoll ist, hängt vom jeweiligen Zahn und von der medizinischen Fragestellung ab.
Moderne Diagnostik bedeutet nicht, einem Gerät mehr zu vertrauen als der klinischen Beurteilung. Sie bedeutet, unterschiedliche Informationen sinnvoll miteinander zu verbinden.
DIAGNOdent und DIAGNOcam – messen und sehen
DIAGNOdent und DIAGNOcam werden aufgrund ihrer ähnlichen Namen leicht miteinander verwechselt.
Tatsächlich beruhen sie auf unterschiedlichen Prinzipien.
DIAGNOcam nutzt Nahinfrarotlicht, um bestimmte Veränderungen innerhalb der Zahnstruktur bildlich sichtbar zu machen.
DIAGNOdent nutzt Laserfluoreszenz und liefert einen Messwert, der zusätzliche Informationen für die Beurteilung geben kann.
Sehr vereinfacht lässt sich der Unterschied deshalb so beschreiben: DIAGNOcam hilft uns zu sehen. DIAGNOdent hilft uns zu messen.
Beides ersetzt nicht die zahnärztliche Diagnose. Die Verfahren können vielmehr unterschiedliche Informationen liefern, die abhängig von der jeweiligen Fragestellung sinnvoll miteinander kombiniert werden können.
Warum eine frühe und differenzierte Beurteilung wichtig ist
Der Nutzen moderner Kariesdiagnostik liegt nicht darin, möglichst viele auffällige Stellen zu finden.
Entscheidend ist, Veränderungen richtig einzuordnen.
Denn eine frühe Karies muss nicht zwangsläufig auf dieselbe Weise behandelt werden wie ein bereits entstandener Defekt.
Je nach Stadium können unterschiedliche Möglichkeiten infrage kommen: den Kariesprozess kontrollieren, die Remineralisation unterstützen, gezielt non- oder mikroinvasiv behandeln oder – wenn notwendig – den Zahn restaurieren.
Eine differenzierte Diagnostik schafft damit die Grundlage für eine differenzierte Therapie.
Je besser wir verstehen, was an einem Zahn tatsächlich geschieht, desto gezielter können wir entscheiden, was er braucht – und was nicht.
Häufige Fragen zu DIAGNOdent
Ist die Untersuchung mit DIAGNOdent schmerzhaft?
Die Untersuchung dient der diagnostischen Messung und ist nicht mit dem Entfernen von Zahnsubstanz verbunden.
Arbeitet DIAGNOdent mit Röntgenstrahlung?
Nein.
DIAGNOdent arbeitet mit Laserlicht. Für die Messung ist keine Röntgenstrahlung erforderlich.
Zeigt der DIAGNOdent-Wert, wie tief eine Karies ist?
Nein.
Der Messwert ist keine direkte Tiefenangabe einer Karies.
Er liefert zusätzliche diagnostische Informationen, die gemeinsam mit der klinischen Untersuchung und gegebenenfalls weiteren Befunden beurteilt werden.
Ab welchem DIAGNOdent-Wert muss gebohrt werden?
Ein einzelner Messwert entscheidet nicht darüber, ob eine invasive Behandlung notwendig ist.
Entscheidend sind unter anderem der klinische Befund, das Stadium und die Aktivität der Karies sowie die individuelle Situation.
Kann DIAGNOdent zur Verlaufskontrolle eingesetzt werden?
Bei geeigneten Befunden können wiederholte Messungen unter möglichst vergleichbaren Bedingungen zusätzliche Informationen über die Entwicklung einer untersuchten Stelle liefern.
Auch diese Informationen werden gemeinsam mit den übrigen Befunden beurteilt.
Was ist der Unterschied zwischen DIAGNOdent und DIAGNOcam?
DIAGNOdent arbeitet mit Laserfluoreszenz und liefert einen Messwert.
DIAGNOcam nutzt Nahinfrarotlicht und stellt bestimmte Veränderungen der Zahnstruktur bildlich dar.
Beide Verfahren können die Kariesdiagnostik ergänzen, beantworten aber unterschiedliche diagnostische Fragen.
DIAGNOdent in der Zahnarztpraxis am Vorgartenmarkt
In der Zahnarztpraxis am Vorgartenmarkt in 1020 Wien setzen wir DIAGNOdent dort ein, wo eine Laserfluoreszenzmessung zusätzliche Informationen für die Beurteilung eines Zahnes liefern kann.
Dabei steht nicht die Messung selbst im Mittelpunkt, sondern die Frage, welche Bedeutung sie im Zusammenhang mit dem gesamten Befund hat.
Gemeinsam mit der klinischen Untersuchung und – abhängig von der Fragestellung – weiteren diagnostischen Informationen kann sie dazu beitragen, einen Zahn differenzierter zu beurteilen und die weitere Behandlung entsprechend zu planen.
Nicht möglichst viel messen – sondern die richtige Information für die richtige Entscheidung nutzen.
