Kariesinfiltration mit Icon

Frühe Karies mikroinvasiv behandeln – bevor eine klassische Füllung notwendig wird

Karies bedeutet nicht automatisch, dass ein Zahn gebohrt und anschließend mit einer Füllung versorgt werden muss.

Wird eine Karies früh erkannt, kann die Zahnoberfläche noch weitgehend erhalten sein. Unter dieser Oberfläche hat die Zahnhartsubstanz jedoch bereits Mineralstoffe verloren und ist poröser geworden.

Bei geeigneten frühen Kariesläsionen kann in dieser Situation eine Kariesinfiltration infrage kommen.

Dabei wird die betroffene Zahnsubstanz nicht wie bei einer klassischen Füllung entfernt. Stattdessen dringt ein sehr dünnfließendes Infiltrationsmaterial in die poröse Struktur der Kariesläsion ein und verschließt dort mikroskopisch kleine Poren.

Dadurch kann das weitere Fortschreiten des Kariesprozesses gehemmt werden.

Frühe Karies zu behandeln muss nicht immer bedeuten, Zahnsubstanz zu entfernen. Entscheidend ist, in welchem Stadium sich die Karies befindet und welche Behandlung in dieser Situation medizinisch sinnvoll ist.

Inhaltsverzeichnis

Frühe Karies muss nicht immer ausgebohrt werden

Lange Zeit wurde Karies vor allem mit einem einfachen Prinzip verbunden: Karies entfernen – Zahn füllen.

Bei einem bereits entstandenen Defekt kann eine restaurative Versorgung auch heute notwendig sein.

Karies ist jedoch ein fortschreitender Prozess. Bevor ein sichtbares „Loch“ entsteht, durchläuft sie verschiedene Stadien.

In einem frühen Stadium können Mineralstoffe aus der Zahnhartsubstanz verloren gehen, während die äußere Zahnoberfläche noch erhalten ist.

Genau diese Unterscheidung ist wichtig.

Denn solange noch kein behandlungsbedürftiger Defekt entstanden ist, kann es – abhängig vom Befund – Möglichkeiten geben, den Kariesprozess zu beeinflussen, ohne erhaltungsfähige Zahnsubstanz für eine klassische Füllung entfernen zu müssen.

Eine dieser Möglichkeiten ist die Kariesinfiltration.

Zähne mit noch erhaltener Zahnoberfläche bei früher Karies

Was ist eine Kariesinfiltration?

Die Kariesinfiltration ist ein mikroinvasives Verfahren zur Behandlung geeigneter früher Kariesläsionen.

Für diese Form der Behandlung verwenden wir das Verfahren Icon.

Das Prinzip unterscheidet sich grundlegend von einer klassischen Füllung.

Bei einer Füllung muss nicht mehr erhaltungsfähige Zahnsubstanz entfernt und der entstandene Defekt anschließend mit einem Restaurationsmaterial wieder aufgebaut werden.

Bei der Kariesinfiltration wird dagegen versucht, die noch vorhandene Zahnstruktur zu erhalten.

Ein speziell entwickeltes, sehr dünnfließendes Infiltrationsmaterial dringt in die poröse Struktur der Kariesläsion ein und verschließt dort mikroskopisch kleine Poren. Dadurch wird die weitere Ausbreitung des Kariesprozesses gehemmt.

Der entscheidende Unterschied liegt im Prinzip: Nicht zuerst Zahnsubstanz entfernen und anschließend ersetzen – sondern geeignete frühe Veränderungen behandeln, solange die Zahnstruktur noch erhalten werden kann.

Kariesentfernung ohne Bohren – ist das wirklich möglich?

Der Begriff „Kariesentfernung ohne Bohren“ klingt zunächst sehr einleuchtend. Wenn Karies vorhanden ist, möchte man sie schließlich „entfernen“.

Medizinisch ist die Situation bei einer frühen Karies jedoch differenzierter.

Bei der Kariesinfiltration wird die Karies nicht im klassischen Sinn herausgebohrt oder entfernt. Stattdessen wird eine geeignete frühe Kariesläsion innerhalb ihrer bestehenden Struktur behandelt.

Deshalb ist die Formulierung „Karies ohne Bohren behandeln“ medizinisch genauer als „Karies ohne Bohren entfernen“.

Das Ziel besteht nicht darin, vorhandene Zahnstruktur möglichst vollständig „wegzunehmen“, sondern sie – wenn die medizinischen Voraussetzungen dafür gegeben sind – möglichst zu erhalten.

Wie läuft eine Kariesinfiltration ab?

Die Behandlung erfolgt in der Regel in einer Sitzung.

Zunächst wird der betroffene Bereich sorgfältig vorbereitet. Anschließend kann das sehr dünnfließende Infiltrationsmaterial in die poröse Struktur der Kariesläsion eindringen. Danach wird das Material mit Licht ausgehärtet.

Dabei muss die betroffene Zahnsubstanz nicht wie bei einer klassischen Füllung ausgebohrt und anschließend ersetzt werden.

Behandlungseinheit für die mikroinvasive Kariesinfiltration

Warum sprechen wir von einer mikroinvasiven Behandlung?

In der modernen Kariestherapie unterscheiden wir verschiedene Behandlungsprinzipien.

Bei sehr frühen Veränderungen kann es beispielsweise darum gehen, den Kariesprozess zu kontrollieren und die Remineralisation – also die erneute Einlagerung von Mineralstoffen in zuvor demineralisierte Zahnhartsubstanz – zu unterstützen.

Eine klassische restaurative Behandlung geht einen anderen Weg: Geschädigte Zahnsubstanz wird entfernt und anschließend durch ein Restaurationsmaterial ersetzt.

Die Kariesinfiltration liegt gewissermaßen zwischen diesen beiden Behandlungsprinzipien.

Sie ist nicht rein non-invasiv, weil die Oberfläche der Läsion für die Infiltration gezielt vorbereitet werden muss. Gleichzeitig muss aber kein klassischer Defekt für eine Füllung präpariert werden.

Deshalb sprechen wir von einem mikroinvasiven Verfahren.

Mikroinvasiv bedeutet nicht, eine notwendige Behandlung zu vermeiden. Es bedeutet, mit einem möglichst kleinen Eingriff gezielt dort zu behandeln, wo dies medizinisch sinnvoll ist.

Wann kommt eine Kariesinfiltration infrage?

Nicht jede Karies kann infiltriert werden.

Das Verfahren ist vor allem für geeignete frühe Kariesläsionen gedacht, bei denen noch kein Defekt entstanden ist, der eine restaurative Versorgung erforderlich macht.

Ob eine Infiltration sinnvoll ist, lässt sich deshalb nicht allein anhand der Aussage „Da ist Karies“ entscheiden.

Wir beurteilen unter anderem:

  • Wie weit ist die Veränderung fortgeschritten?
  • Ist die Zahnoberfläche noch erhalten?
  • Wo befindet sich die Karies?
  • Wie aktiv erscheint der Kariesprozess?
  • Und welche Behandlung ist in dieser konkreten Situation medizinisch sinnvoll?

Damit beginnt die Entscheidung für oder gegen eine Kariesinfiltration bereits bei einer differenzierten Kariesdiagnostik.

Nicht jede frühe Karies muss infiltriert werden – und nicht jede fortgeschrittene Karies kann infiltriert werden. Entscheidend ist die richtige Behandlung für das jeweilige Stadium.

Mehr über moderne Kariesdiagnostik

Karies zwischen den Zähnen behandeln

Ein besonders wichtiger Anwendungsbereich der Kariesinfiltration sind geeignete frühe Kariesläsionen zwischen benachbarten Zähnen.

Gerade dort kann sich eine Karies zunächst weitgehend unbemerkt entwickeln, weil die betroffenen Zahnflächen bei der normalen Betrachtung nur eingeschränkt einsehbar sind.

Wird eine solche Veränderung früh erkannt und ist die Zahnoberfläche noch entsprechend erhalten, kann eine Kariesinfiltration eine Möglichkeit sein, die Läsion mikroinvasiv zu behandeln.

Das ist auch deshalb interessant, weil eine klassische Füllung zwischen zwei Zähnen häufig bedeutet, dass zunächst ein Zugang zur erkrankten Stelle geschaffen werden muss.

Bei einer geeigneten frühen Läsion kann die Infiltration dazu beitragen, diesen restaurativen Schritt noch nicht notwendig werden zu lassen.

Gerade hier zeigt sich, warum frühe Diagnostik und zahnerhaltende Therapie unmittelbar zusammengehören.

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Kariesläsionen zwischen benachbarten Zähnen mikroinvasiv behandeln

Kariesinfiltration oder peptidbasierte Behandlung?

Bei früher Karies stehen heute unterschiedliche zahnerhaltende Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung.

Dazu gehört neben der Kariesinfiltration auch die peptidbasierte Behandlung früher Karies.

Beide Verfahren verfolgen jedoch unterschiedliche Prinzipien.

Bei der peptidbasierten Behandlung können spezielle Peptide dazu eingesetzt werden, die Remineralisation innerhalb einer geeigneten frühen Kariesläsion gezielt zu unterstützen.

Bei der Kariesinfiltration wird dagegen die poröse Struktur der Läsion mit einem sehr dünnfließenden Material infiltriert.

Vereinfacht gesagt:

  • Peptidbasierte Behandlung → Remineralisation gezielt unterstützen
  • Kariesinfiltration → poröse Läsionsstruktur infiltrieren und verschließen

Welche Möglichkeit sinnvoll ist, hängt unter anderem vom Stadium, von der Lage und von den Eigenschaften der jeweiligen Kariesläsion ab.

Es geht deshalb nicht darum, welches Verfahren grundsätzlich „besser“ ist. Es geht darum, welches Behandlungsprinzip zu diesem Zahn und diesem Befund passt.

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Wann ist eine Füllung trotzdem notwendig?

So wertvoll mikroinvasive Verfahren sein können: Sie haben klare Grenzen.

Ist bereits entsprechend Zahnsubstanz verloren gegangen oder ein behandlungsbedürftiger Defekt entstanden, reicht eine Kariesinfiltration möglicherweise nicht mehr aus.

Dann kann es notwendig sein, geschädigte Zahnsubstanz gezielt zu entfernen und den Zahn restaurativ zu versorgen.

Auch in dieser Situation bleibt unser Grundgedanke derselbe: So viel wie notwendig behandeln – und so viel natürliche Zahnsubstanz wie möglich erhalten.

Minimalinvasive Zahnmedizin bedeutet nicht, eine notwendige Restauration hinauszuzögern. Sie bedeutet, den richtigen Zeitpunkt und das geeignete Verfahren zu wählen – und bei einer restaurativen Behandlung möglichst substanzschonend vorzugehen.

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Was geschieht nach der Behandlung?

Mit der Kariesinfiltration ist die Betreuung eines Zahnes nicht abgeschlossen.

Denn die Behandlung einer einzelnen Kariesläsion beseitigt nicht automatisch die Faktoren, die zu ihrer Entstehung beigetragen haben.

Deshalb bleiben regelmäßige Kontrollen, eine gute häusliche Mundhygiene und die individuelle Einschätzung des Kariesrisikos wichtig.

Die Kariesinfiltration ist damit kein isoliertes Verfahren, sondern kann Teil eines langfristigen individuellen Kariesmanagements sein.

Häufige Fragen zur Kariesinfiltration

Kann man Karies ohne Bohren behandeln?

Bei geeigneten frühen Kariesläsionen kann eine Behandlung möglich sein, ohne die betroffene Zahnsubstanz für eine klassische Füllung auszubohren.

Ob eine Kariesinfiltration infrage kommt, hängt vom Stadium und von der konkreten Situation der Läsion ab.

Bei einer Kariesinfiltration wird die Karies nicht im klassischen Sinn herausgebohrt oder entfernt.

Stattdessen wird eine geeignete frühe Kariesläsion innerhalb ihrer vorhandenen Struktur behandelt.

Deshalb ist „Karies ohne Bohren behandeln“ die medizinisch genauere Beschreibung.

Die Kariesinfiltration ist eine sehr substanzschonende Behandlung, bei der kein klassischer Defekt für eine Füllung ausgebohrt wird.

Die Behandlung ist in der Regel schmerzarm.

In der Regel ist für eine Kariesinfiltration keine örtliche Betäubung notwendig.

Da kein klassischer Defekt ausgebohrt werden muss, kann die Behandlung meist ohne Anästhesie durchgeführt werden.

Die Kariesinfiltration kommt vor allem für bestimmte frühe Kariesläsionen infrage, bei denen noch kein behandlungsbedürftiger Defekt entstanden ist.

Ob die Voraussetzungen gegeben sind, muss vor der Behandlung diagnostisch beurteilt werden.

Bei einer geeigneten frühen Kariesläsion besteht das Ziel darin, den Kariesprozess zu behandeln, bevor eine klassische restaurative Versorgung erforderlich wird.

Ob dies im konkreten Fall möglich ist, hängt vom Befund ab.

Icon ist der Name eines Verfahrens zur Kariesinfiltration.

Im Mittelpunkt steht für uns jedoch nicht das Produkt, sondern das medizinische Prinzip: eine geeignete frühe Kariesläsion mikroinvasiv zu behandeln und dabei möglichst viel natürliche Zahnsubstanz zu erhalten.

Kariesinfiltration in der Zahnarztpraxis am Vorgartenmarkt

In der Zahnarztpraxis am Vorgartenmarkt in 1020 Wien betrachten wir die Kariesinfiltration als eine von mehreren Möglichkeiten der modernen, zahnerhaltenden Kariestherapie.

Ob dieses Verfahren sinnvoll ist, entscheidet sich nicht allein daran, ob Karies vorhanden ist.

Entscheidend sind das Stadium der Veränderung, ihre Lage, die Beschaffenheit der Zahnoberfläche und die individuelle Gesamtsituation.

Denn unser Ziel ist nicht, grundsätzlich möglichst wenig zu behandeln. Unser Ziel ist, zum richtigen Zeitpunkt so viel wie notwendig zu behandeln – und dabei so viel natürliche Zahnsubstanz wie möglich zu erhalten.

Früh erkennen schafft Möglichkeiten. Richtig beurteilen entscheidet, welche davon für den einzelnen Zahn sinnvoll ist.

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